Draußen herrschte lautes Geschrei. »Hört
doch, ihr Narren!«, rief da jemand, das Publikum brauste, ein Löwe grollte
missmutig im tiefsten Bass, der Dompteur brüllte angestrengt, Kinder schrien
durcheinander, ein König verbeugte sich. Es war bereits Nacht geworden, schon
setzte ein schwerer Regen ein und trommelte dumpf auf die Dächer. Der alte
Bauwagen wogte leicht im Wind, die Kerzen am Schreibpult zitterten.
Kasper legte das feuchte Taschentuch aus
der Hand und betrachtete die neuen Glasphiolen im Holzregal.
Das Jonglieren mit den Phiolen hatte er
vor langer Zeit zur höchsten Meisterschaft gebracht. Anfangs noch fielen sie.
Fielen und zerschellten. Doch bald schon fand er sein ganzes Glück darin, die
zerbrechlichen Gefäße mit den unterschiedlichsten seiner Gefühle ausnahmslos zu
füllen und sehr achtsam mit ihnen umzugehen, damit diese fortan bei ihm
blieben. Unaufhörlich schwebten sie hoch in der Luft, kreisten in
unterschiedlichste Richtungen davon, wirbelten, schimmerten und glänzten.
Keine einzige zerschellte.
Kasper nahm das feuchte Taschentuch in die
Hand und betrachtete die leeren Glasphiolen im Holzregal. Das Publikum brauste
und ein König verbeugte sich.