Die Kinder vom Dorf


Der Flieder nimmt den Morgentau
in seine Arme wieder,
die Kinder singen leise Lieder
und die Wälder dämmern grau.

Am Hügel oben glänzt ein Licht
ins Tal hinab schon weit,
zum Dorfe still, und ohne Zeit,
und graue Wolken stehen dicht.

Dann trommelt es in kleinen Tropfen,
der Wind heult in der Ferne,
er löscht den Kindern die Laterne,
und an die Türen tönt ein Klopfen.

Dort schleicht in feuchtem Nebelgang,
durch die Gassen leise,
Ahasveros, der ewig greise,
im Bettlerkleide schwer entlang.

Dort liegen wie bei Spielerei 
in tiefer Angst verrenkt,
zwei Kinder in ein Bett gezwängt,
und lauschen seiner Litanei.