Die Feigheit der Wörter

Lobosch schüttelte, sprang, riss und schrie, aber es half nichts. Die Wörter blieben feige und versteckten sich. Lobosch nahm einen alten Zettel aus der Tasche und schrieb darauf: Nichts. Nichts. Nichts, bis die Wörter über und über in schwarzer Tinte verliefen. Lobosch schloss daraus, dass auch eine große Menge davon nichts half, blieb doch letztlich nichts anderes übrig als die Feigheit der Wörter. Fieberhaft riss er die Arme weit nach hinten, kippte beinahe vom hölzernen Stuhl, klagte, verwünschte und trampelte, aber es half nichts. Die Einsamkeit blieb und Lobosch rauchte alle Zigaretten auf, die er finden konnte. Dann blickte er bestürzt aus dem Fenster und hustete lange. Das half auch nichts. 
Plötzlich aber sammelte er sich, verwarf alles Geschriebene, lief unerschrocken auf die Straße hinaus, fiel sogleich vor  der geliebten jungen Strickwarenverkäuferin aus der Stadt auf die Knie und sagte: »Ich knie vor Dir und weine dicke Tropfen, weil ich nie vergessen möchte, dass es Dich gibt und damit Du mich auch nicht mehr vergisst.«