Lech und die Liebe

In der kleinen Bäckereistube waren nachmittags einige Menschen zusammengekommen. Unter ihnen auch der liebende Lech und eine schöne Frau jüngeren Alters. »Sie sind...«, setzte er an, »Sie sind sehr schön.
Sie haben eine schöne Nase und wunderbare, helle Haut. Wenn Sie dort so im Licht stehen, dann sieht man es genau. Wie Porzellan. Auch ihre Hände sind wohlgeformt, wie die wenigsten Menschen leider bemerken. Das macht mich sehr traurig. Aber wenn ich Sie dann wieder ansehe, hier in dieser Bäckerei oder draußen in der Welt, dann bin ich nicht mehr traurig. Sie tragen auch einen schönen Hut, obwohl er eigentlich nichts taugt. Genauso wenig ihre Stulpenstiefel. Die taugen auch nichts. Aber an Ihnen, Fräulein, an Ihnen ist es alles so zauberhaft. Ich möchte Ihnen auch unbedingt sagen, Fräulein, dass ich sogar sehr gerne mag, wie Ihre feinen Augen so klar und blass die Brote mustern. Wie kleine Reihen junger Kindergartenschüler. Dazu die Sonne und die Kühle, also jede herbstliche Regung der letzten Tage, welche so feenhaft an Ihnen klebt. Und auch wenn ihr Kind, das junge Mädchen mit dem Holzroller dort draußen, vor der Tür auf Sie wartet und hineinlugt wie eine hungrige Katze, und ich über das Vorhandensein Ihres womöglich sehr groben Ehemannes weiß, so möchte ich Ihnen sagen, dass ich Sie von nun an liebe.«
So sprach Lech aus, zog den Schal enger um den Hals und ging hinaus, um den ersten Schritt in eine zebrochene Welt zu setzen.